Denk mal
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Dieses Gebäude ist eines der ältesten Baudenkmäler Sonthofens.
Es erzählt Geschichten aus über vier Jahrhunderten.
1586 war es als Bauernhaus errichtet worden. Im Erdgeschoss als
Blockbau und im Obergeschoss in Ständerbauweise.
Fast 200 Jahre lang prägte das Handwerk der Nagelschmiede dieses Gebäude,
bis die
Industrialisierung dieses Gewerbe 1913 zum Erliegen brachte und von
einer Schreinerei
abgelöst wurde.
1720 erhielt das Haus eine „Nagelschmiedsgerechtigkeit“, was heutzutage einer
behördlichen
Erlaubnis zum Betrieb eines Gewerbes entspricht, freilich damals
einer Nagelschmiede.
Diese Schmiede wurde über die Jahrhunderte mit wechselnden Handwerkern
betrieben.
In den Jahren von 1750 bis 1860 erfolgten einige Umbauten im Haus,
die Esse wurde
verändert, Räume erweitert und schließlich eine große nördliche
Erweiterung des Hauses
angebaut.
Mitte des 19. Jahrhunderts zog das Ehepaar Ludwig und Albertine
Schraudolph in das Obergeschoss ein, wovon noch eine alte Rechnung
zeugt, die unter den Tapeten zum Vorschein kam und die auf
Schraudolphs ausgestellt war. 1887 kam dort deren Sohn Robert zur
Welt, aus dem ein bekannter Sonthofer Kunstmaler wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Nagelschmiedemeister Anton Übelhör
aufs Altenteil.Ein ehemaliger Stadel wurde für ihn zum Austrag ausgebaut,
den Sie rechts von den Gebäudeumrissen hervorragen sehen. Sein Sohn
Serafin Übelhör übernahm die Schmiede. Doch er konnte mit den modernen
Fertigungsmethoden nicht mehr mithalten und der letzte Nagelschmied von
Sonthofen, genannt „der Nagler“, verlor seine Existenzgrundlage.
1913 endete die Zeit der Nagelschmiede.
Doch das Haus im Mühlenweg blieb ein Haus des Handwerks.
Schreinermeister Friedrich Moggenried kaufte das Haus und betrieb darin
mit seiner Frau Karolina, seinen Söhnen und Lohnarbeitern eine Parkett-
und Mobelschreinerei. Die roten Fachwerk-Aufsätze oben an der Fassade,
die dem Haus fortan das charakteristische Aussehen verliehen, wurden
von Friedrich im Jahr 1925 angebracht.
1967 starb der älteste Sohn und letzte Bewohner des Moggenried-Hauses, Alois.
Der nachfolgende Besitzer quartierte in dem Haus Gastarbeiter ein. 1986 wurde es von
einer Baufirma aufgekauft, die das Haus zum Abriss vorgesehen hatte. Über 20 Jahre
lang blieb es unbewohnt und verfiel bis in den aktuellen Zustand. 2004 wurde es unter
Denkmalschutz gestellt. 2006 erwarb Familie Möggenried das Haus, das seit 1586 zur
Geschichte von Sonthofen und auch zu einem Teil zur eigenen Vergangenheit des
Erwerbers Franz-Fredo Moggenried gehört: als Enkel von Friedrich hatte er einige Jahre
als Kind darin gewohnt und kaufte es nun, um es zu sanieren und wiederzubeleben.
Der erste Ansatz war, es vollständig zu entrümpeln und das Dach abzudichten. Es
folgten etliche Untersuchungen und viel Öffentlichkeitsarbeit.
Trotz umfangreicher Bemühungen und Verhandlungen in den folgenden Jahren scheiterte
die Sanierung an finanziellen Erfordernissen. Nach der damaligen Kalkulation des Architekten
würden allein 65 % der Gesamtkosten auf den denkmalpflegerischen Mehraufwand entfallen,
für welchen öffentliche Zuschüsse aktuell nur noch in geringem Umfang zu erwarten sind.
Derzeit ruhen die Sanierungsbestrebungen, denn momentan besteht keine realistische
Grundlage, um die vorangegangenen Aktivitäten erfolgversprechend wieder aufzunehmen.
Die Maßnahmen richten sich daher auf Sicherung und Substanzerhaltung. Über die zukünftige
Nutzung und Sanierung kann zu gegebener Zeit wieder entschieden werden.
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